Lachgas

    Lachgas ist schon Mitte des 19. Jahrhunderts als Narkotikum von Zahnärzten eingesetzt worden. Neben der ärztlichen Anwendung wird es auch als Aufschäummittel in Sahnespendern (Kapseln) und als Treibgas in Spraydosen verwendet.

    Stofflichkeit:

    Der Wirkstoff des Lachgases ist Distickstoffoxid (N2O). Das Gas ist geruchlos, nicht entflammbar und hat einen etwas süßlichen Geschmack.
    Lachgas wirkt analgetisch (schmerzstillend) - betäubend und leicht narkotisch.

    Wirkungsdauer:

    Der Rausch setzt direkt nach der Inhalation des Lachgases ein und dauert von ein paar Sekunden bis zu 3-4 Minuten.
    Nach ca. 60-90 Minuten ist das Gas wieder komplett vom Körper ausgeschieden worden.

    Konsumformen:

    Lachgas wird aus Luftballons oder ähnlichem inhaliert. Risikoreicher ist z.B. die Aufnahme aus Sahnespenderkapseln oder Gasflaschen (Gefahr des "Festfrierens" an der Kapsel bzw. Flasche).

    Nachweiszeit:

    Das Gas ist nach 60-90 Minuten wieder komplett vom Körper abgebaut bzw. ausgeschieden.

    Risikobedingungen:

    Das Wirkspektrum ist vielfältig. So werden neben Entspannung und einem Prickeln am Körper auch Wärme und Glücksgefühle empfunden. Leichte Halluzinationen und weitere optische und akustische Wahrnehmungsveränderungen können auftreten. Euphorie und ein vermindertes Schmerz- und Zeitempfinden sind ebenfalls möglich. "Grundlose" Heiterkeit und gefühlte "Schwebezustände" sind weitere Anzeichen des Konsums von Lachgas.
    Negative Begleiterscheinungen können z.B. Übelkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung sowie Taubheits- und Schwindelgefühle sein. Durch einen Anteil von 90% oder mehr des Lachgases in der Atemluft kann eine Bewusstlosigkeit der Konsumenten eintreten, wodurch sich das Risiko von Stürzen und daraus entstehenden Verletzungen erhöht (auch durch Schwindelgefühle möglich).
    Manche Konsumenten ziehen sich zur Steigerung des Rausches eine Plastiktüte über den Kopf, welches die Erstickungsgefahr erhöht.
    Beim Konsum aus der Kapsel oder Gasflasche besteht eine erhöhte Gefahr,  mit der Lippe an der Gasquelle festzufrieren.

    Risikobedingungen bei Dauerkonsum:

    Bei Dauerkonsum besteht die Gefahr das Nervensystem (Lachgas greift in den Wirkmechanismus von Vitamin B12 ein, dem Vitamin, welches für den Nervenschutz verantwortlich ist) und die Zellfunktionen zu schädigen. Koordinationsfähigkeit und Gedächtnisfunktionen können dadurch beeinträchtigt werden. Schädigungen der Hörfunktion können ebenso eintreten (Druckanstieg im Innenohr).
    Chronische Anwendung kann zu einer psychischen Abhängigkeit führen.

    Mischkonsum mit Lachgas:

    Lachgas und Poppers:
    Die Kombination führt zu einer noch schlechteren Sauerstoffversorgung des Gehirns.
    Lachgas und Alkohol:
    In Kombination mit Alkohol kann es bei dem Gebrauch von Lachgas zu Übelkeit und Erbrechen kommen

    Zusammenfassung der Wirkspektren

    Subjektiv erwünschte Wirkungen können sein:

    • Entspannung, Prickeln am Körper
    • Wärme und Glücksgefühle, leichte Halluzinationen
    • optische und akustische Wahrnehmungsveränderungen
    • Euphorie und ein vermindertes Schmerz- und Zeitempfinden
    • "grundlose" Heiterkeit und gefühlte "Schwebezustände"

    Subjektiv negative Wirkungen können sein:

    • Übelkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung
    • Taubheits- und Schwindelgefühle bis zur Bewusstlosigkeit ? Risiko von Stürzen und daraus entstehenden Verletzungen ist erhöht
    • Erstickungsgefahr (bei Plastiktüte über dem Kopf)
    • Gefahr mit der Lippe an der Gasquelle festzufrieren (beim Konsum aus der Kapsel).

    Safer Use:

    • Konsumiere nicht direkt aus der Kapsel (besser aus dem Luftballon).
    • Ziehe Dir keine Plastiktüte über den Kopf.
    • Konsumiere nicht alleine.
    • Konsumiere möglichst im Liegen.
    • Lege Konsumpausen ein.
    • Achte auf eine gute Vitamin B12-Versorgung.
    • Führe keine verantwortungsvollen Tätigkeiten aus.
    • Atme immer genügend Luft zwischen den Inhalationszügen ein.
    • Bei vorangegangenen Tauchunfällen, Asthma und anderen Atemwegserkrankungen, Herz- und Kreislaufbeschwerden, einer Mittelohrentzündung oder Epilepsie sollte auf die Einnahme von Lachgas verzichtet werden.
    • Lachgas unterliegt dem AMG (Arzneimittelgesetz)

    Für die Damen:

    Frauen benötigen aufgrund ihres oftmals niedrigeren Körpergewichts eine geringere Dosis. In der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte auf den Konsum verzichtet werden.

    Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht.
    Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht.
    Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern, Fachpublikationen und der Zusammenarbeit mit Herrn Hoffmann (Ärztlicher Leiter der Fachambulanz Kiel). Irrtümer können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
    Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das Partyprojekt-Odyssee keine Haftung.

     
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