LSD
LSD (Lysergsäurediethylamid) ist im April 1943 von Albert Hofmann entdeckt worden.
Nachdem er eine seltsame Unruhe und visuelle Wahrnehmungsstörungen bei sich bemerkte, wurde ihm klar, dass es an der Substanz liegen musste, mit der er gerade experimentiert hatte.
Um dies zu überprüfen, nahm er unwissend das Zehnfache der wirksamen Dosis und erlebte einen zweiten wesentlich stärkeren LSD-Rausch.
Timothy Leary, der den Konsum als Bewusstseinserweiterung propagierte, und die Hippy-Bewegung der 60/70 Jahre sorgten für eine weite "Verbreitung" des LSD. Daraufhin wurde LSD von fast allen Gesetzgebern verboten.
LSD ist aber auch bei psychotherapeutischen Anwendungen eingesetzt worden (in der Schweiz ist dies derzeit wieder möglich). Es löste die inneren Barrieren (Abwehrmechanismen) und Ängste der Klienten, so dass es dem Therapeuten eher möglich war, tiefer in die verfestigte Persönlichkeit des Klienten vorzudringen.
Stofflichkeit:
LSD ist eine flüchtige, geruch-, geschmacks- und farblose Flüssigkeit, die auf Trägerstoffe (meistens Löschpapier) geträufelt wird. Es gibt sie aber auch als kleine Mikrotabletten ("Mikros") aus Gelatine. Solche "Mikros" sind in der Regel eher höher dosiert, wobei der Wirkstoffgehalt in den LSD-haltigen Trägerstoffen stark schwankt.
LSD, bei dem eine wirksame Dosis zwischen 50-200 Mikrogramm liegt, wird über die Schleimhäute aufgenommen. Größere Mengen (200-400) sollten nur von erfahrenen Konsumenten genutzt werden.
LSD gehört zur Stoffgruppe der Halluzinogene.
Szenenamen sind: Pappen, Tickets, Trips, Acid oder Mikros.
Wirkungsdauer:
Der LSD-Rausch setzt nach ca. 30-60 Minuten ein und dauert ca. 8-12 Stunden.
LSD hat eine starke Toleranzbildung.
Konsumformen:
LSD wird oral konsumiert. Die Trägerstoffe werden im Mund behalten, so dass der Stoff über die Mundschleimhäute aufgenommen wird. "Mikros" werden geschluckt.
Nachweiszeit:
LSD ist im Blut ungefähr 12 Stunden nachweisbar, während es im Urin mittels spezieller Nachweismethoden bis zu 3 Tage nachgewiesen werden kann.
Risikobedingungen:
Die Wirkung und das Erlebte sind sehr stark vom Set (inneres Befinden) und Setting (Umfeld) des Konsumenten abhängig.
Der Anfang des Rausches ist von einer inneren Unruhe und dem Beginn von Wahrnehmungsveränderungen geprägt. Später folgen eventuell eine Intensivierung und Verfremdung der Sinneswahrnehmungen (z.B. akustisch, visuell und taktil).
Eine euphorische Grundstimmung und ein verändertes Zeitempfinden können weitere Anzeichen des Konsums von LSD sein. Starke Halluzinationen und auch eine Lösung des "Selbst" ("Ich"-Auflösung) bzw. vom eigenen Körper ist bei einer höheren Dosis möglich.
Besonders am Anfang des Rausches aber auch später können Atembeschwerden, Herzrasen, Anstieg des Blutdrucks, Pupillenerweiterung, Übelkeit und Schweißausbrüche auftreten.
Die Wahrnehmungsveränderungen können auch zu Orientierungsverlust, Selbstüberschätzung, Reizüberflutung sowie Angst- und Verwirrungszuständen führen. Halluzinationen, Selbstüberschätzung und Fehlleistungen können zu Unfällen führen. Durch ungünstiges Set und Setting entstehen auch Panik, Paranoia und die sogenannten "Horrortrips".
Verdrängte Erlebnisse können dem User wieder bewußt werden.
Nach der Erfahrung kann es zu Erschöpfungszuständen und Depressionen kommen.
Die Gefahr von LSD liegt eindeutig im psychischen Bereich, so können auch bei einmaligem Gebrauch latente (verborgene) Psychosen ausgelöst werden.
Alles wird bewusst erlebt und so sind Erinnerungen an Details auch später oftmals noch möglich.
Risikobedingungen bei Dauerkonsum:
Es besteht die Gefahr, dass bei dem Gebrauch von LSD latente (verborgene) Psychosen ausgelöst werden (ähnelt dem Krankheitsbild der Schizophrenie)
Das Auftreten von "Flashbacks" (unerwartete Rauschzustände) gilt als umstritten, sicher ist jedoch, dass auch noch bis zu 3 Wochen nach dem Konsum von LSD Wahrnehmungsveränderungen auftreten können.
Körperliche Schädigungen durch LSD sind bisher nicht bekannt. LSD macht körperlich nicht abhängig.
Mischkonsum mit LSD:
LSD und Ecstasy ("Candyflip"): Ecstasy-Wirkung wird verstärkt.
LSD und Speed: Verstärkt die Gefahr von "Horrortrips".
LSD und Cannabis: Die Gefahr, dass latente Psychosen ausgelöst werden, ist erhöht und die halluzinogene Komponente des Rausches wird verstärkt.
Mischkonsum mit LSD gilt als schwer kalkulierbar, deshalb ist hier besondere Vorsicht gerade für unerfahrene Konsumenten geboten.
Zusammenfassung der Wirkspektren
Subjektiv erwünschte Wirkungen können sein:
- Intensivierung und Verfremdung der Sinneswahrnehmungen
- euphorische Grundstimmung, verändertes Zeitempfinden
- Halluzinationen (dosisabhängig)
- Lösung des "Selbst" ("Ich"-Auflösung) bzw. vom eigenen Körper ist bei einer höheren Dosis möglich
Subjektiv negative Wirkungen können sein:
- Atembeschwerden, Herzrasen, Anstieg des Blutdrucks
- Pupillenerweiterung, Übelkeit und Schweißausbrüche
- Orientierungsverlust, Selbstüberschätzung, Reizüberflutung und Verwirrungszustände
- durch ungünstiges Set und Setting eventuell auch Panik, Paranoia und "Horrotrips"
- Erschöpfungszustände und Depressionen (nach der Wirkung)
- Gefahr von LSD liegt eindeutig im psychischen Bereich, auch bei einmaligem Gebrauch ist eine Auslösung latenter (verborgener) Psychosen möglich
Safer Use:
- Achte auf ein gutes Set und Setting.
- Dosiere vorsichtig. Auf eine "Dosisempfehlung" möchten wir hier bewußt verzichten, da auch eine niedrige Dosis problematisch werden kann ("steckenbleiben" zwischen Realität und Rausch kann den User verunsichern und im schlimmsten Fall zu einem angstauslösenden Erlebnis führen).
- LSD-Trips sollten Ausnahmeerlebnisse sein (Konsumpausen!).
- In kritischen Momenten nicht gegen den Trip wehren und die Gedanken in positive Bahnen lenken.
- Meide gefährliche und verantwortungsvolle Tätigkeiten und Situationen.
- Nicht mit vollem Magen konsumieren.
- Nimm Dir Zeit für die Vor- und Nachbereitung der Erfahrung.
- Habe keine Angst, aber genügend Respekt vor LSD.
- Wenn es Dir schlecht geht und es Dir zu viel wird, hilft Vitamin C ein wenig (suche ansonsten einen ruhigen und reizarmen Ort mit einer Person Deines Vertrauens auf). Es gibt aber kein Gegenmittel (siehe "Notfall", aber mache keine Zeitangaben, da der Trip eventuell noch länger dauert).
- Personen in psychischen Schwierigkeiten oder mit psychischen Erkrankungen sollten ebenso kein LSD konsumieren wie Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen. Auch bei der Einnahme von Neuroleptika sollte auf den Konsum von LSD gänzlich verzichtet werden.
- Wenn Du Dich nicht "fit" fühlst, solltest Du auf den Konsum von LSD verzichten.
Für die Damen:
Frauen brauchen aufgrund ihres oftmals geringeren Körpergewichts eine geringere Dosis. Bedenke dies bei der Dosierung!
Während der Menstruation können sich die Regelschmerzen subjektiv verstärken, aufgrund dieser unangenehmen Nebenwirkung solltest Du lieber auf den Konsum verzichten.
Schwangere sollten kein LSD konsumieren, da LSD vorzeitig Wehen auslösen kann und somit die erhöhte Gefahr einer Frühgeburt besteht.
Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht.
Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht.
Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern, Fachpublikationen und der Zusammenarbeit mit Herrn Hoffmann (Ärztlicher Leiter der Fachambulanz Kiel). Irrtümer können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das Partyprojekt-Odyssee keine Haftung.
