Pilze
Als erstes gebrauchten die Azteken Mexikos die halluzinogenen Pilze zu rituellen Anlässen bzw. Feiern als Rauschmittel.
1958 gelang es Albert Hofmann, dem Entdecker des LSD (Lysergsäurediethylamid) die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin zu isolieren. Die Struktur dieser Stoffe sind der des LSD ähnlich, weshalb auch die psychoaktive Wirkung mit der von LSD vergleichbar ist, aber trotzdem auch Unterschiede beinhaltet.
Stofflichkeit:
Die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin sind z.B. in psilocybe cubensis ("Mexikaner"), panaeolus cyanescens ("Hawaiianer") und den auch auf deutschen Kuhwiesen wachsenden psilocybe semilanceata ("Psilos", spitzkegliger Kahlkopf) vorhanden.
Die Pilze gehören zu der Stoffgruppe der Halluzinogene.
Der Wirkstoffgehalt unterliegt bei Pilzen starken Schwankungen, weshalb Du mit der Dosierung sehr vorsichtig sein solltest. Die Dosis sollte zwischen 5-20mg Psilocybin liegen, welches einem ungefähren Trockengewicht von 0,5-2g bzw. 5-10g bei frischen Pilzen ("Psilos") entspricht.
Der Wirkstoffgehalt ist bei Mexikanern und Hawaiianern durchschnittlich höher, weshalb Du von diesen Pilzen auf jeden Fall weniger nehmen solltest.
Wichtig zu wissen ist noch, dass Du frische Pilze nicht länger als einen Tag aufbewahren solltest, da es sonst durch das Pilzeiweiß beim Konsumieren zu Übelkeit und Erbrechen kommen kann.
Wirkungsdauer:
Die Wirkung setzt nach ca. 30-40 Minuten ein, erreicht nach ca. 2 Stunden ihren Höhepunkt, klingt nach 4 Stunden ab und ist nach 5-6 Stunden zu Ende.
Pilze haben eine hohe Toleranzbildung.
Konsumformen:
Pilze werden meist gegessen, in Tees getrunken oder seltener auch geraucht.
Nachweiszeit:
Pilze sind im Blut einige Stunden und im Urin 2-4 Tage nachweisbar.
In den Haaren ist die Droge theoretisch unbegrenzt nachweisbar (abhängig von der Haarlänge).
Risikobedingungen:
Die Wirkung ist u.a. abhängig von der Dosis, der Gewöhnung (Toleranzbildung) sowie vom Set (inneres Befinden) und Setting (äußere Bedingungen) des Konsumenten.
Bei einer leichten Dosis wirken die Pilze antriebssteigernd und stimulierend. Ein Wärmegefühl breitet sich aus.
Mittlere Dosen wirken wahrnehmungsverändernd, leicht halluzinogen und auch anregend. Bei höheren Dosen wirken die Pilze stark halluzinogen und wahrnehmungsverändernd (z.B. akustisch), tieferliegende Einblicke (in sich selbst) und Gefühle können erlebt werden. Konsumenten berichten oft von einer starken Verbundenheit mit der Natur.
Weitere mögliche Begleiterscheinungen des Konsums sind die Pupillenerweiterung, Erhöhung der Körpertemperatur (Schweißausbrüche), Übelkeit, Atembeschwerden, Herzrasen, Veränderungen des Blutdrucks und des Pulsschlags, Gleichgewichtsstörungen und Veränderungen des Raum- und Zeit-Empfindens. Seltener kann es zu Panikattacken (Reizüberflutung), Angstzuständen und Wahnvorstellungen kommen.
Der Konsum von Pilzen kann latente (verborgene) psychische Störungen auslösen.
Risikobedingungen bei Dauerkonsum:
Der Dauerkonsum verstärkt die negativen Aspekte der Risikobedingungen und erhöht die Gefahr, latente (verborgene) Psychosen zum Ausbruch zu bringen.
Ein erhöhtes Risiko birgt das Sammeln von Pilzen, da es den "Psilos" sehr ähnliche Pilze gibt, was tödliche Folgen für den Konsumenten haben kann.
Mischkonsum mit Magic mushrooms:
Beim Mischkonsum mit Cannabis kann sich die halluzinogene Wirkung der Pilze verstärken.
Bei dieser Kombination ist die Gefahr erhöht, dass latente (verborgene) psychische Störungen ausgelöst werden können.
Zusammenfassung der Wirkspektren
Subjektiv erwünschte Wirkungen können sein:
- Leichte Dosis: antriebssteigernd und stimulierend, Wärmegefühle
- Mittlere Dosis: wahrnehmungsverändernd, leicht halluzinogen und anregend
- Höhere Dosis: stark Halluzinogen, wahrnehmungsverändernd (z.B. akustisch), tieferliegende Einblicke (in sich selbst) und Gefühle können erlebt werden, starke Verbundenheit mit der Natur.
Subjektiv negative Wirkungen können sein:
- Pupillenerweiterung
- Erhöhung der Körpertemperatur (Schweißausbrüche)
- Übelkeit
- Atembeschwerden, Herzrasen, Veränderungen des Blutdrucks und des Pulsschlags
- Gleichgewichtsstörungen
- Veränderungen des Raum- und Zeit-Empfindens
- seltener Panikattacken (Reizüberflutung), Angstzustände und Wahnvorstellungen
- Auslösung latenter (verborgener) psychischer Störungen durch den Konsum von Pilzen möglich
Safer Use:
- Konsumiere nur, wenn Du Dich mit Dir selbst im Reinen fühlst (Set)!
- Konsumiere Pilze nicht alleine, sondern mit Menschen, denen Du vertraust!
- Nimm vor dem Konsum nur leichte Nahrung zu Dir oder iss nur sehr wenig (Übelkeit).
- Pilze sind als Partydroge - wenn überhaupt - nur für erfahrene Konsumenten geeignet.
- Wähle Dir die richtige Umgebung für Deine Pilzreise (Setting).
- Nimm Dir vorher und nachher Zeit, um Dein Erlebnis zu planen und zu verarbeiten.
- Konsumiere lieber getrocknete Pilze (zersetztes Pilzeiweiß bei frischen Pilzen ab einem Tag möglich).
- Falls Du schlecht draufkommst, gönn Dir Ruhe, lenke Deine Gedanken in positive Bahnen und versuche, Dich nicht gegen den Trip zu wehren (Vitamin C hilft ein wenig).
Für die Damen:
Frauen brauchen aufgrund des oftmals geringeren Körpergewichts eine kleinere Dosis.
Bei Durchfall und Erbrechen (Übelkeit) können Wirkstoffe der Anti-Baby-Pille ausgeschieden werden und es besteht die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft bei ungeschütztem Verkehr.
Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht.
Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht.
Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern, Fachpublikationen und der Zusammenarbeit mit Herrn Hoffmann (Ärztlicher Leiter der Fachambulanz Kiel). Irrtümer können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das Partyprojekt-Odyssee keine Haftung.
