Hilfe im Notfall

Zum Thema „Hilfe im Notfall“ haben wir euch hier geeignete Maßnahmen Erläuterungen zusammengestellt.

Erste Hilfe Maßnahmen
ErsteHilfeEine Aufstellung geeigneter Erste-Hilfe-Maßnahmen haben wir unten in Artikeln zusammengetragen.

Mit einem Klick auf die Grafik öffnet sich eine gute Übersicht von Notfallmaßnahmen.

Bewusstlosigkeit
Bei einer Bewusstlosigkeit sind natürliche Schutzreflexe wie beispielsweise der Schluck- oder Hustenreflex ausgeschaltet. Flüssigkeiten wie beispielsweise Blut oder Erbrochenes können hierdurch in die Atemwege gelangen.

Auch ist die gesamte Muskulatur erschlafft, was dazu führen kann, dass die Zunge die Atemwege verschließt.
Der Betroffene droht zu ersticken.
Keine Reaktion auf deutliche Ansprache und vorsichtiges Rütteln an den Schultern, die Muskulatur ist erschlafft

Es besteht akute Lebensgefahr!

Maßnahmen

  • Betroffenen ansprechen und anfassen, um Bewusstsein zu überprüfen.
  • Bei Bewusstlosigkeit laut „Hilfe“ rufen, um Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam zu machen.
  • Atmung prüfen!
  • Falls normale Atmung vorhanden: Stabile Seitenlage, dann Notruf 112.
  • Betroffenen zudecken.
  • Betroffenen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten, wiederholt Bewusstsein und Atmung prüfen!
  • Atemwege freimachen durch Neigen des Kopfes nach hinten bei gleichzeitigem Anheben des Kinns.

In dieser Position wird die Atemkontrolle durch Sehen, Hören und Fühlen durchgeführt:

  • Sehen, ob der Brustkorb sich hebt und senkt
  • Ohr über Mund und Nase des Betroffenen legen und hören, ob Atemgeräusche vorhanden sind
  • Dabei mit der Wange prüfen, ob Luftstrom des Betroffenen fühlbar ist
  • Die Atmung wird längstens 10 Sekunden kontrolliert.

Wenn keine normale Atmung feststellbar ist oder daran Zweifel bestehen, ist bei einer bewusstlosen Person von einem Kreislaufstillstand auszugehen.

Dann muss umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.

Horrortrip
Als Horrortrip (engl. bad trip) wird umgangssprachlich ein Drogenrausch bezeichnet, der als sehr negativ erlebt wird, wodurch es zu starken Angstzuständen kommen kann.
Er kann unter Einfluss verschiedener psychotroper Substanzen auftreten, insbesondere Psychedelika. Personen, die einen Horrortrip erleben, haben unter Umständen Panik-Anfälle, das Gefühl des Alleinseins, Weinkrämpfe, Verfolgungswahn oder Todesangst. Vor allem Halluzinogene, insbesondere LSD (daneben z. B. Psilocybin, Mescalin oder DOB sowie stark wirkende pflanzliche Drogen wie Engelstrompete oder Stechapfel) können so genannte Horrortrips auslösen.

Horrortrip-ähnliche Zustände können aber auch durch den Konsum von Cannabis – hier v. a. durch Überdosierungen ungewohnter Menge oder anderer Aufnahme (z. B. Space-Cookies) –, Ecstasy oder anderer Drogen ausgelöst werden. Infolge eines Konsums von erregenden Substanzen (Amphetamin, Kokain, selbst Kaffee in exzessiver Dosierung[1]) können Horrortrip-Zustände auftreten, z. B. wenn die Person ununterbrochen über einen längeren Zeitraum ohne Schlaf gewesen ist; hier wirken Substanzeffekt und Schlafentzug zusammen.

Auslösende Faktoren
Das Auftreten von Horrortrips ist in hohem Maße vom Gemütszustand der Person sowie von der Umgebung (Set und Setting) abhängig. So erleben nichtrauchende Drogenunerfahrene oft beim ersten Versuch eines oralen Cannabiskonsums äußerst unangenehm empfundene, lang anhaltende Wirkungen, die unter diese Kategorie gefasst werden können. „Echte“ Horrortrips treten v. a. nach Konsum unter „ungünstigen“ Umständen auf: etwa, wenn die konsumierende Person ohnehin in einer psychischen Problemlage steckt, wenn die Droge im „unangemessenen“ Umfeld (Party oder Disco oder sonstige stark frequentierte Orte) konsumiert wurde oder wenn während des Rausches unvorhergesehene Dinge passieren. Der US-Wissenschaftler Richard Bunce hat bereits 1982[2] dargelegt, wie im Nachklang der ersten „Drogenwelle“ durch die Zunahme des subkulturellen Wissens über „günstige“ Bedingungen für den Halluzinogenkonsum die Zahl der Horrortrips innerhalb weniger Jahre deutlich zurückging, obwohl der LSD-Konsum insgesamt stagnierte.

Falls es bei Euch in Eurem Umfeld zu Horrortrips kommen sollte, ist es für die betroffene Person wichtig, dass ihr selbst Ruhe ausstrahlt, die Person nicht alleine lasst und beruhigend auf sie einwirkt!!

Hitzschlag
Auch wenn man die beiden Begriffe „Sonnenstich“ und „Hitzschlag“ im Alltag oft durcheinanderwirft: ein Hitzschlag ist noch wesentlich gefährlicher als ein Sonnenstich. Ausgelöst wird der Hitzschlag durch körperliche Überanstrengung in einer heißen Umgebung. Oft trifft er Personen in schlecht gelüfteten Räumen, zum Beispiel Hochofenarbeiter oder Saunabesucher, die zwischen den Gängen nicht an die frische Luft gehen. Aber auch Sportler, die in der Wärme trainieren, können einen Hitzschlag erleiden.

Dazu gehört natürlich auch über Stunden ausgedehntes Tanzen!!

Ein Hitzschlag ist wesentlich gefährlicher als ein Sonnenstich!

Bei einem Hitzschlag kommt es im Gegensatz zum Sonnenstich zu einer Erhöhung der Körpertemperatur bis auf 40 Grad Celsius und mehr. Das ist lebensbedrohlich. Große Anstrengung in Kombination mit starker Hitze können das Temperatur-Regulationssystem des Körpers außer Gefecht setzen, zum Beispiel versagt die Schweißproduktion. Es kommt zu einem Wärmestau.

Anzeichen für einen Hitzschlag sind oft Krämpfe und Bewusstseinstrübungen. Es kommt aber auch vor, dass der Betroffene „nur“ völlig ermattet ist. Vorsicht, oft wird dieser Zustand mit Erschöpfung oder Müdigkeit verwechselt und der Hitzschlag zu spät behandelt. Ein Betroffener muss sofort aus der Wärme. Kühlen Sie seinen ganzen Körper mit feuchten Tüchern und verständigen Sie den Notarzt.

Kreislaufstillstand
Als Kreislaufstillstand bezeichnet man den Ausfall des Herz-Kreislauf-Systems.

  • Keine Reaktion auf Ansprache und Rütteln an den Schultern (Bewusstlosigkeit)
  • Keine normale Atmung vorhanden

Maßnahmen

  • Notruf 112 veranlassen bzw. selbst durchführen (falls noch nicht geschehen)
  • 30 x Herzdruckmassage
  • 2 x Atemspende
  • Herzdruckmassagen und Atemspenden im Wechsel so lange durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft und die Maßnahmen fortführt oder der Betroffene wieder normal zu atmen beginnt
  • Steht ein Defibrillationsgerät (AED) zur Verfügung, setzen Sie es ein. Folgen Sie in diesem Fall den Sprachanweisungen des Gerätes.

1. Herzdruckmassage

  • Neben dem Betroffenen in Höhe des Brustkorbs knien
  • Den Ballen einer Hand auf das untere Drittel des Brustbeins platzieren (= Mitte des Brustkorbs)
  • Den Ballen der anderen Hand auf die erste Hand aufsetzen
  • Die Arme des Helfers sind gestreckt und der Brustkorb wird senkrecht von oben durch Gewichtsverlagerung des eigenen Oberkörpers 30 x 5cm bis max. 6 cm tief eingedrückt (mind. 100/Min. bis max. 120/Min.)
  • Druck- und Entlastungsdauer sollten gleich sein
  • Beatmung und Herzdruckmassage erfolgen dann im steten Wechsel: 30 x Drücken, 2 x Beatmen.

2. Atemspende

  • Atemwege freimachen durch Neigen des Kopfes nach hinten bei gleichzeitigem Anheben des Kinns
  • Mit Daumen und Zeigefinger der an der Stirn liegenden Hand den weichen Teil der Nase verschließen
  • Mund des Betroffenen bei weiterhin angehobenem Kinn öffnen
  • Normal einatmen und Lippen dicht um den Mund des Betroffenen legen
  • Luft über einen Zeitraum von einer Sekunde gleichmäßig in den Mund des Betroffenen blasen, so dass sich der Brustkorb sichtbar hebt
  • Kopflage des Betroffenen beibehalten, eigenen Kopf zur Seite drehen, erneut einatmen und darauf achten, ob sich der Brustkorb des Betroffenen wieder senkt
  • Betroffenen ein zweites Mal beatmen
  • Setzt die Atmung wieder ein, stabile Seitenlage
Das Serotonin-Syndrom
Serotonin-Syndrom (seltener auch serotonerges Syndrom) ist ein Komplex aus Krankheitszeichen (Symptome), die durch eine Anhäufung des Gewebehormons und Neurotransmitters Serotonin oder Serotonin-ähnlich wirkender Substanzen in Teilen des Körpers hervorgerufen wird.
Charakteristisch für dieses Syndrom sind autonome, neuromotorische und kognitive Störungen sowie Verhaltensveränderungen. Es schließt Symptome wie Veränderungen der psychischen Verfassung, Ruhelosigkeit, rasche unwillkürliche Muskelzuckungen, gesteigerte Reflexbereitschaft, Schwitzen, Schüttelfrost und Tremor ein.
Das Serotonin-Syndrom ist häufig eine Folge einer Arzneimittelwechselwirkung zwischen verschiedenen Arzneimitteln, die zu einer Erhöhung der Serotoninaktivität führen, und kann insbesondere bei einer kombinierten Anwendung von serotonergen Arzneistoffen mit MAO-Hemmern beobachtet werden.

Symptome eines Serotoninsyndroms:

  • Pulsanstieg, Blutdruckanstieg, Schwitzen, „Grippegefühl“, Übelkeit, (akutes) Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, schnelle Atmung, Pupillenerweiterung
  • Unruhe-Akathisie (krankhafter Bewegungsunruhe), Halluzinationen-Hypomanie (eine leichte Form der Manie), Störungen des Bewusstseins- Koordinationsstörungen
  • gesteigerte Reflexe, rasche unwillkürliche Muskelzuckungen, Krämpfe, Anfälle.
  • Die betroffene Person braucht unbedingt eine medizinische Versorgung!! Sprich: Rettungsarzt!!